Die Kompatibilitätsmatrix bietet einen strukturierten Überblick über die Abhängigkeiten zwischen Zapfpistolen an Wasserstofftankstellen und Fahrzeug-Tankanschlüssen. Sie dient als Orientierung für Betreiber, Fahrzeughersteller und Planer bei der Bewertung der technischen Interoperabilität.
Grundsätzlich ist eine Fehlbetankung technisch ausgeschlossen: Ein 700-bar-Betankungssystem kann nicht an einen 350-bar-Tankanschluss gekoppelt werden, ein Überdrücken des Fahrzeugs ist somit nicht möglich.
Die Matrix unterscheidet Betankungssysteme nach Druckstufe und Betankungsgeschwindigkeit:
Druckstufen
- 35 = 35 MPa = 350 bar
- 70 = 70 MPa = 700 bar
Betankungsgeschwindigkeiten
- H (Normal Flow) (N) bis ca. ≤ 60 g/s => typische Pkw-Betankung (350 & 700 bar)
- MF (Medium Flow): ca. 90 – 120 g/s => Busse, leichte Nutzfahrzeuge, frühe Truck-Setups
- HF (High Flow): 120 g/s bis ≈ 300 g/s => schwere Nutzfahrzeuge, hohe Durchsätze
Zusätzlich werden zwei Wasserstoff-Reinheitsgrade berücksichtigt:
- Grad D: FCEV-Qualität (99,97 % H₂-Reinheit), gemäß AFIR für alle öffentlichen Wasserstofftankstellen in Europa vorgeschrieben
- Grad F: ca. 98 % Reinheit, in Europa nicht für öffentliche Tankstellen zugelassen
Die dargestellten Kompatibilitäten basieren auf geltenden und künftigen Normen zur Interoperabilität von Wasserstoff-Betankungssystemen, insbesondere EN 17127 sowie EN ISO 17268-1 und -2 für Betankungsanschlüsse bis 700 bar. Die Norm EN ISO 17268-2 befindet sich derzeit noch in der Abstimmung und wird voraussichtlich 2026 veröffentlicht.
Die Matrix stellt keine Betriebsfreigabe dar, sondern eine technische Orientierung zur Einordnung von Kompatibilitäten im bestehenden und zukünftigen Wasserstoff-Infrastruktur-Ökosystem.
PDF zur Ansicht und zum Download (EN):
